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15, 20, 25 Prozent? Wie Sie eine Renditeangabe prüfen, bevor Sie ihr glauben

7 Min. LesezeitSeptember 2026

Kaum eine Woche vergeht ohne eine neue Schlagzeile: zweistellige Renditen mit Gewerbespeichern, 20 Prozent mit Arbitragehandel, 25 Prozent mit der richtigen Vermarktung. Das Bemerkenswerte daran: Manche dieser Zahlen stimmen sogar — unter den Annahmen, unter denen sie gerechnet wurden. Genau da liegt das Problem. Eine Renditeangabe ohne ihre Annahmen ist keine Information, sondern eine Überschrift. Dieser Beitrag gibt Ihnen die fünf Fragen an die Hand, mit denen Sie jede Renditezahl in wenigen Minuten einordnen können — egal ob sie aus einem Exposé, einem Fachartikel oder einer Investorengruppe stammt.

Frage 1: Auf welches Kapital bezieht sich die Zahl?

Die häufigste Quelle spektakulärer Prozentwerte ist der Bezugspunkt. Eine Projektrendite (IRR unlevered) beschreibt, was das Asset selbst verdient. Eine Eigenkapitalrendite (Equity-IRR) beschreibt, was das eingesetzte Eigenkapital nach Fremdfinanzierung verdient — und die lässt sich durch die Finanzierungsstruktur fast beliebig gestalten: Je kleiner der Eigenkapitalanteil, desto größer die Prozentzahl, solange der Base Case hält. Aus einem soliden Asset mit 8 bis 9 Prozent Projektrendite wird mit 70 Prozent Fremdkapital rechnerisch schnell eine Eigenkapitalrendite von 18 Prozent und mehr. Beide Zahlen sind legitim — aber nur gemeinsam interpretierbar. Wer Ihnen nur die gehebelte Zahl zeigt, zeigt Ihnen die Finanzierungsannahme, nicht das Asset. Wie dieser Hebel im Detail wirkt — auch nach unten —, haben wir in „Wie Fremdkapital die Eigenkapitalrendite verändert" an einer realen Transaktion durchgerechnet.

Frage 2: Über welchen Zeitraum — und mit welchem Restwert?

Eine IRR über 23 Betriebsjahre ist eine andere Aussage als eine IRR über die ersten fünf Jahre eines jungen Marktes mit historisch hohen Preisspannen. Fragen Sie: Welcher Betrachtungszeitraum liegt zugrunde? Wird ein Restwert der Anlage am Ende angesetzt — und wenn ja, wie begründet? Und bei Speichern besonders wichtig: Ist die Batterie-Ersatzinvestition enthalten, die bei heutiger Zellchemie innerhalb der Betriebszeit ansteht? Eine Rechnung, die 20 Jahre Erlöse mitnimmt, aber den Batteriewechsel im Jahr 15 vergisst, ist keine Prognose, sondern Wunschdenken.

Frage 3: Sind wirklich alle Kosten drin?

Der zuverlässigste Weg, eine Rendite zu schönen, ist nicht die Übertreibung der Erlöse — es ist das Weglassen von Kosten. Eine vollständige Rechnung enthält: technische und kaufmännische Betriebsführung, Wartung für PV und Speicher, Versicherung, Verwaltung und Jahresabschluss, Pacht, Messstellenbetrieb, Vermarktungs- und Optimierungsentgelte, Rückstellungen für Reparaturen, die Rücklage für Ersatzinvestitionen — und die Gewerbesteuer. In der Praxis sehen wir regelmäßig Kalkulationen, deren jährliche Kostenannahme nicht einmal die Hälfte eines realistischen Kostenstacks abdeckt. Unser Maßstab aus der eigenen Transaktionspraxis: Wenn wir Drittsimulationen auf Vollkosten umstellen, verändern sich Renditen spürbar — mal nach unten, mal nach oben, etwa wenn eine Simulation umgekehrt gesicherte Fördererlöse gar nicht angesetzt hatte. Entscheidend ist nicht, dass sich die Zahl ändert. Entscheidend ist, dass der Anbieter die Brücke zwischen Ausgangsrechnung und ausgewiesener Rendite Position für Position offenlegt.

Frage 4: Welche Erlösannahmen stecken im Modell?

Bei speicherdominierten Projekten steht und fällt die Rendite mit den Annahmen zur Marktvermarktung: Welche Preisspannen werden unterstellt, und wie entwickeln sie sich über die Laufzeit? Wie viele Zyklen pro Tag fährt der Speicher, und passt das zur Garantie? Ist Degradation modelliert? Und die unbequemste Frage: Rechnet das Modell die heutigen Spreads einfach fort — oder berücksichtigt es, dass mit jedem zugebauten Speicher die Arbitragemöglichkeiten tendenziell enger werden? Seriöse Modelle arbeiten mit stündlichen Marktsimulationen über die gesamte Laufzeit und weisen die Quelle aus. Ein Satz wie „basierend auf aktuellen Markterlösen" ohne Simulationsgrundlage ist bei einem 20-Jahres-Investment kein Fundament, sondern eine Momentaufnahme.

Frage 5: Gibt es ein konservatives Szenario — und trägt es die Finanzierung?

Die letzte Frage trennt Marketing von Strukturierung: Verlangen Sie das Szenario mit spürbar niedrigeren Erlösen — und zwar gehebelt. Interessant ist nicht, ob die Rendite im schlechten Fall sinkt (das tut sie immer), sondern ob der Cashflow den Kapitaldienst dann noch deckt. Ein Schuldendienstdeckungsgrad unter 1,0 im konservativen Fall bedeutet: Diese Struktur funktioniert nur, wenn alles gut geht. Ein Anbieter, der dieses Szenario nicht zeigen will, hat es entweder nicht gerechnet — oder das Ergebnis gefällt ihm nicht. Beides ist eine Antwort.

Die grünen Flaggen

Drehen wir es zum Schluss um. Woran erkennen Sie eine Renditeangabe, der Sie vertrauen können? An vier Merkmalen: Projekt- und Eigenkapitalrendite werden nebeneinander ausgewiesen. Die Herleitung von der Simulationsgrundlage zur ausgewiesenen Zahl ist offengelegt — einschließlich der Anpassungen in beide Richtungen. Die Kostenseite ist vollständig, inklusive Rücklagen und Steuern. Und es gibt mindestens ein konservatives Szenario mit jahresscharfem DSCR. Wo diese vier Punkte erfüllt sind, dürfen Sie auch einer hohen Zahl glauben. Wo sie fehlen, ist auch eine bescheidene Zahl wertlos.

Fazit

Hohe Renditeangaben sind kein Betrugsindiz — und niedrige kein Seriositätsbeweis. Aussagekraft entsteht erst durch Annahmen, Vollständigkeit und Szenarien. Die fünf Fragen dieses Beitrags kosten Sie in jedem Gespräch keine zehn Minuten. Sie ersparen Ihnen im Zweifel ein Investment, das nur auf dem Papier funktioniert hat.

Wie eine vollständig hergeleitete Rechnung aussieht — inklusive der Szenarien, die nicht glänzen —, zeigen wir registrierten Investoren an realen Transaktionen aus unserem Dealflow. Hinterlegen Sie dazu Ihr Investmentprofil — diskret und unverbindlich. Mehr zum Marktumfeld lesen Sie in unserem Beitrag „Lohnt sich Photovoltaik noch?".

Häufige Fragen

Sind 20 oder 25 Prozent Rendite bei Batteriespeichern realistisch?

Als gehebelte Eigenkapitalrendite unter günstigen Annahmen rechnerisch möglich, als Projektrendite über lange Zeiträume unüblich. Entscheidend ist, auf welches Kapital, welchen Zeitraum und welche Kosten- und Erlösannahmen sich die Zahl bezieht.

Was ist der Unterschied zwischen Projektrendite und Eigenkapitalrendite?

Die Projektrendite (IRR unlevered) misst die Ertragskraft des Assets ohne Finanzierung. Die Eigenkapitalrendite (Equity-IRR) misst die Rendite des eingesetzten Eigenkapitals nach Fremdkapital, Zins und Tilgung — sie steigt mit dem Fremdkapitalanteil, solange der Base Case hält, und fällt im Downside überproportional.

Welche Kosten fehlen in Renditerechnungen am häufigsten?

Typischerweise die Rücklage für den Batteriewechsel, Vermarktungs- und Optimierungsentgelte, vollständige Betriebsführungs- und Verwaltungskosten sowie die Gewerbesteuer.

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Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Anlageempfehlung oder ein Angebot zum Erwerb einer Finanzanlage dar; sie sind zudem keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Aussagen sind allgemeiner Natur und beziehen sich nicht auf bestimmte Anbieter, Produkte oder Veröffentlichungen. Wirtschaftliche Kennzahlen und Szenarien sind projektbezogen und können erheblichen Veränderungen unterliegen.